Konsequente Gleichberechtigung

„Machst du das bei deiner Freundin auch so?“ sagt die etwas empörte Stimme, nachdem er beim Aussteigen sich dem allgemeinen Drängeln angeschlossen hatte und ihr keinen Vortritt ließ. „Natürlich nicht!“ gab er zurück, „das lässt sich doch auch gar nicht vergleichen.“

„Frauen den Vortritt lassen ist gutes Benehmen.“ Punkt.

„Oder ausgelebter Anachronismus.“ Doppelpunkt.

Der weitere gemeinsame Fußweg ließ sowohl Platz als auch Zeit für weiterführende Erklärungen.

„Zu meiner Freundin habe ich eine ganz andere Beziehung, was aber nichts mit dem Geschlecht zu tun haben muss. Wir beide,„ er machte eine einladende Handbewegung, „sind uns gänzlich unbekannt. Wir wissen nichts voneinander, das gegensätzliche Geschlecht mal außen vor gelassen. Doch konsequente Gleichberechtigung gibt dir nicht mehr Rechte als mir in diesem Gedrängel. Denn wir sind ja nun gleich.“

Rechts ging es zur Philosophie, links zu den Ingenieurswissenschaften. Ihre Wege trennten sich.

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Irreale Kurzgeschichten.

I. Das Wetter begann eindeutig gegen ihn zu arbeiten. Zum zweiten mal bereits wendeten sich Blatt und Nässe in jenem Augenblick, als er auf kleinen Botengängen gerade sein Ziel erreicht und abgearbeitet hatte, den Rückweg startend. Vielleicht wäre ES besser gewesen, doch wie gewohnt die Jacke mit Kapuze zu tragen, doch warum sollte man auf ES auch hören? Nass werden schadete ihm ja schließlich nicht, viel schlimmer waren die Schwankungen selbst. Gewisse Wetterfühligkeiten verursachten starke Kopfschmerzen und ES begann das Experiment, wieviel Flüssigkeit man trinken kann um diese Schmerzen dadurch abzuschaffen. Er wollte nicht direkt wieder zu den Tabletten greifen.

II. Die Fernsehzeitung brachte Neuigkeiten. ES war klar, dass man an einem Dienstag Abend außerhalb von Fußballturnieren nicht auf viel hoffen durfte, aber darum ging ES auch gar nicht. Ein neues Wort tauchte auf, und ES machte ihn neugierig. Schmonzette. ES kam ihm bekannt vor und er konnte sich auch in etwa zusammenreimen was ES bedeuten soll, aber trotzdem machte ES neugierig. Er wollte wissen wie ES denn nun genau definiert ist. Der Duden gab Antwort:  „wenig geistreiches [kitschiges] Stück, albernes Machwerk“. Er schmunzelte, bei dem Titel „Wenn Liebe doch so einfach wär'“ konnte ES auch gar keine andere Definition geben.

III. ES war klar, dass ES ein Problem gab. Das konnte doch nicht alles sein? Wetter, Fernsehen, ES. Etwas zog auf, von dem er noch nichts genaues wusste. Ob ES mit den letzten Ereignissen zusammenhing? Das würde sich bald herausstellen. Die X-Box stellte sich nicht als die erhoffte Entspannung heraus. TV am Nachmittag traute er sich nicht. Irgendetwas musste ES doch geben?

IV. ES gab etwas.

V.