Gedanken zur Raidsituation

Zusammenfassend kann man sagen: es sieht mau aus. Raidausfälle, wenig Progress, viel Frust. Zeit genug also, 3 Punkte zu durchleuchten und für den einen oder anderen transparenter zu machen.

Die Gilde:
Was ist los mit uns? Selbst abgesehen von den Raidausfällen treten wir auf der Stelle, kommen bei den Ulduar HMs nicht voran – von PdoK ganz zu schweigen. Aber woran liegt es? Wirklich nur am Gear und einigen schlechten Spielern? Oder vielleicht doch an der mangelnden Kontinuität?
Sind wir vielleicht sogar erfolgsverwöhnt? Es gab Zeiten, in denen versuchten wir uns wochenlang an Alar, starben wir endlos am Rat der Illidari, versetzte uns Illidan Woche für Woche in Angst und Schrecken.
Und heute? Wir machen mal den HM, dann fehlen Leute, wir machen einen anderen. Wir versuchten als Alibi PdoK, aber niemand will wirklich. Es gelingt nicht, Schlussstriche zu ziehen. Einige wollen noch die Ulduar HMs, andere nicht. Wir scheitern an einer mangelnden Zielsetzung in einer Gemeinschaft. Ich hoffe, mit Lichking pendelt es sich wieder ein. Wenn hoffentlich jeder in der neuen Raidinstanz so weit kommen will, wie es dort serverseitig möglich ist. Und wir endlich wieder ein gemeinsames Gildenziel vor Augen haben.

Die Raidleitung:
Ich kann nur für mich sprechen, doch jede einzelne Raidabsage tut weh. Verdammt weh. Es stellt sich immer die Frage, ob dies nun nicht ein Raidausfall zu viel war, ob nun nicht wieder jemand abhaut. Man weiß, dass nun einige wieder frustriert sind und kann nichts dagegen tun. Wir versuchten es mit Raidplänen, suchen Leute, doch irgendwann gehen Ideen aus. Raidbündnis? Vor dem Lich King Patch wohl keine gute Idee. Mit dem Patch könnte man wieder mehr Leute haben, doch will ich sie wirklich? Die ganzen Leute denen die Gilde und der Raid momentan egal sind, die ohne Abmeldung seit 3 Wochen fehlen und pünktlich zu der neuen Instanz wieder auf der Matte stehen? Wollen die Leute sie, welche nun sich Raidtag für Raidtag anmelden und hoffen? Ich glaube nein. Doch wo finde ich neue und aktive, die vielleicht auch ein wenig spielen können? Und noch viel schwerer: wie schaffe ich es, die in der Gilde zu halten die noch da sind?

Die Raider:
Viele sind da, so gut wie können. Einige immer, andere meistens, doch stets mit Abmeldung und Info. Leute auf die man sich verlassen kann, von denen man sich wünscht es wären alle so. Doch auch hier gibt es leider einen „anderen“ Teil. Leute die abhauen, und erst dann sagen was ihnen nicht passte. Leute die sich wochenlang abmelden und kein Ton sagen. Und Leute, die einfach nur verschwinden. All dies macht es nicht leichter, einen Raid zusammen zu halten. Aber ich habe diese Leute im Auge. Und ich bin froh und dankbar für jeden aus dem ersten Satz dieses Absatzes.

Ob der nächste Content-Patch nun wirklich gegen Raidausfälle, mangelnden Progress und die Schweinegrippe hilft bleibt abzuwarten. Ein Allheilmittel wird es nicht sein. Es kommt vielmehr auf jeden an. Auf mich als Teil der Raidleitung, auf die anderen Teile der Raidleitung und jeden einzelnen Spieler.

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Die Gilde XLII

„Eine Gilde im engeren Sinne war im Mittelalter ein selbstnütziger Zusammenschluss von Kaufleuten (Patriziern) einer Stadt oder einer Gruppe fahrender Händler zum Schutz und zur Förderung gemeinsamer Interessen.“

Wiki

Zusammenschluss, selbstnützig, Förderung gemeinsamer Interessen. Das kommt einem doch bekannt vor. Doch eine Gilde in einem MMORPG ist viel mehr als ein paar Worte. Gilde heißt Gemeinschaft, idealerweise Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Und natürlich muss der Einzelne in einer Gemeinschaft zurückstecken können. Dennoch ist eine Gilde natürlich nicht der Tod des Individuums. „Du bist die Gilde“ könnte man im, vorsichtig als so bezeichneten, „Neudeutsch“ sagen. Jeder kann mitwirken, jeder kann die ganze Gilde und dadurch sich selbst durch Ideen voran bringen. Natürlich kann niemals jede Idee von jedem umgesetzt werden. Es gibt gute und schlechte Ideen, und in diesen gibt es noch Umsetzbare und nicht Umsetzbare. Dennoch muss sich jeder im klaren sein, Teil eines Ganzen zu sein. Nicht jeder kann ein Dach sein, ein Haus braucht auch Fenster und Türen. Nicht jeder kann das „Gehirn“ sein, die Entscheidungen treffen; es braucht auch Füße und Hände um nach diesen Entscheidungen zu handeln.
Doch was unterscheidet nun die Gilde von einer Raidgilde?
Zumindest mehr als nur die 4 Buchstaben. Auch eine Raidgilde ist eine Gemeinschaft, ein Zusammenschluss, oft auch mit Hinblick auf eigene Interessen. Es ist auf Dauer selten mit Spaß verbunden, immer neue 24 Leute zu suchen und immer nach anderen Regeln zu spielen. Doch eine Raidgilde überlebt nicht nur durch Spaß und Spiel (und Schokolade). Eine Raidgilde braucht Erfolge. Spieler suchen sich eine Raidgilde, um Erfolg zu haben. Sie wollen nicht auf der Stelle treten, sie wollen in der Gemeinschaft weiterkommen. Gelingt dies nicht, teilt sich die Spielerschar grob in zwei Teile.
Der eine Teil will stolz auf selbst erreichte Erfolge sein. Er bemängelt, er macht Vorschläge, er nervt die Raidleitung, er hilft er Raidleitung, er bringt sich ein, er will die Gilde weiterbringen – und damit sich selbst.
Der andere Teil haut einfach ab und meckert erst dann.
Bleiben wir also lieber beim ersten Teil: Natürlich muss es jedem moralisch erlaubt sein, nach wochenlangen Mißkundungen den letzten Schritt, das Verlassen der Gilde, zu vollziehen. Doch vorher kommt eine ganze Menge, die man auch machen kann um aus einen Tief wieder raus zukommen. Wichtig ist, einer Gilde nicht direkt den Rücken zu kehren. Niemand weiß, ob die Neue wirklich so viel besser ist. Und durch einen überraschenden Wechsel macht man sich nur selten Freunde, vom einer Rückkehr ganz zu schweigen.
Eine Raidgilde ist kein Haus und kein Körper. Wenn einer geht, fehlt nicht direkt ein Arm. Vielleicht nehmen wir lieber einen Haufen Sand. Wenn ein Körnchen geht bleibt er ein Haufen. Doch wehe es geht jemand mit der Schaufel dran.

Erwachsen..

Auszug aus einer Forendiskussion:

Post1:
Ihr seid alle nicht dazu gezwungen in den Shop zu gehen und dort einzukaufen,wenn ihr es für zu teuer haltet,dann lasst die finger davon

Post2:
????????????????????????????????????????????????????????
Les bitte ein mal, wer von uns sagte wir müssen dort kaufen????Von uns keiner.Man darf jedoch als erwachsener Mensch seinen Unmut kund geben oder willst du dieses Recht beschneiden??Wenn dir diese Aussage oder unsere Meinung nicht gefällt, schau doch nicht hin oder überlese es.
Es gibt immer wieder welche die zu jedem Thread ihren Senf dazu geben wollen und oder müssen.

Erwachsener Mensch. Eher ein Kochbuch für Satzzeichen. („man nehme…). Nun weiß ich endlich, was mit dem Spruch „wir sind doch alles erwachsene Menschen“ wirklich gemeint ist.

Tod dem „RL“.

Man trifft diesen Begriff immer wieder, in verschiedenen Verwendungsformen und oft auch mit verschiedenen Bedeutungen. Meistens, soviel sei vorab verraten, stößt er mir in der Verwendung einfach nur sauer auf. Der Begriff „RL“ ist, in den meisten seiner Bedeutungen, einfach veraltet und lange nicht mehr zeitgemäß. Der PC, so hieß es lange, ist kein RL. Und wer vor selbigem sitzt, hat keines. Wer zu viel davor sitzt, solle sich eins anschaffen, wer irgendetwas vor dem PC schafft, was ein andere nicht geschafft hat, hat sowie so keins.
Was ist „RL“? Auf den ersten Blick die Kurzform des Kunstwortes „Real Life – echtes Leben“. Und kein alternativer Name für Half Live 2.
Und die Verneinung? Das Gegenteil? Unechtes Leben? Ich hoffe nicht.
Wer sich von einem PC-Spiel losreißt, um sein RL wieder in Ordnung zu bringen, würde dann gottgleich, brächte er echtes Leben in unechtes, also falsches.
Wer mit Freunden Skat spielt hat also ein echtes Leben, wer mit denselben Freunden Skat-Online spielt hat keines. Aber wer mit anderen „Freunden“ hart an der 5 Promille Grenze den achten Joint raucht – der hat auch echtes Leben? Wo Licht ist, gibt es immer Schatten. Vor dem PC oder vor der Flasche. Doch ein Begriff wie „RL“ zieht hier keine Grenze. Es gibt nämlich keine.
Wer zuerst, sagen wir innerhalb der Woche, mit Freunden ins Kino geht, dort Spaß hat und sich dann noch vor den PC setzt um mit ein zwei von diesen Freunden und ein paar anderen von sehr viel weiter weg etwas zusammen zu spielen, der hat doch nicht erst RL, zieht dann den Stecker (oder steckt ihn im Falle eines PCs vielleicht eher rein) und ist dann RL-los?
Weg mit dem Begriff, sage ich, der überhaupt nichts sagt. Wer sich heute in einen Onlinespiel vernünftig arrangieren will, braucht die selben sozialen Kompetenzen wie jemand in einem Sportverein. Wer keine Verantwortung zeigt, nur weil er den Gegenüber nie von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand, ist nicht mehr zeitgemäß. (Und nebenbei auch nicht telefontauglich.) Auch eine Gilde ist eine echte Gemeinschaft, vor jedem Computer sitzt ein echter Mensch. Und der will sich auf den anderen verlassen können. „RL geht vor“ könnte „der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“ als nächste Ausrede des Jahrhunderts ablösen.
Es ist nichts als der lächerliche Versuch, sich aus der Verantwortung zu drücken oder die Wahrheit zu sagen. Man suggeriert, das „tolle RL“ ja dem „bösen PC“ vorzuziehen und dadurch nur noch einen Kirchengang von der Seligsprechung entfernt zu sein. Wer lieber ins Kino als zum Training möchte, sagt dem Trainer auch nicht „Freunde gehen vor“ sondern „ich bin krank“. Wer sich online zum online sein verabredet, und dann doch nicht kann, muss sich genauso abmelden als wäre man eben nicht online verabredet und kann nicht.
Es geht nie um RL oder nicht RL, es geht immer um die persönlichen Interessen, die eigenen Prioritäten. Es gibt wen der geht nie um 8 in die Schule, wenn um 4 in der früh ein Boxkampf ist. Es gibt wen, der geht nie Abends weg wenn er am nächsten Tag ein sportliches Meisterschaftsspiel hat. Es gibt wen der geht lieber zu einem Raid als sich besaufen, es gibt wen der geht lieber ins Kino als zum Raid.
„RL geht vor“ ist eine Ausrede. Ist vorgestellt. RL geht niemals vor, denn alles ist RL.
Leb wie du dich fühlst – und töte „RL“.