Uni und andere Krankheiten

Obgleich wir uns im September befinden und nicht im April, welcher ja bekannt ist für ein doch etwas wechselhaftes Wetter, wird eben jene sprichwörtliche Sonne-Regen Abwechslung durch die momentane Situation ad absurdum geführt. Während ich mich in der letzten Woche gleichsam über zu hohe Bräunungsgrade in der Herbstzeit beschwerte, so ist es nun der nicht unwesentliche Rostfaktor des gegenwärtigen Wetters der meinen Unmut zürnt. So ging ich mal wieder, pflichtbewusst wie alle 42 Tage, in Richtung meiner steckpferdigen Universität um dort neue, spannende Informationen aus dem 17. Jahrhundert zu erhalten. Ich kam allerdings nur gemäßigt voran in dem Bestreben, Wissens- und Informationsdurst hinreichend zu stillen, da gleichsam jeder anstrebende Germanist sich für dieselben Bücher zu interessieren schien. Auch eine Audienz bei meinem bevorzugten Lehrenden, man könnte fast sagen Schirmherr meiner Hausarbeit, brachte mich nur unwesentlich weiter. Nach einer kleinen, hinweislichen Randbemerkung von mir drehte sich das Gespräch vielmehr um den defekten Internetauftritts meines Gegenübers. So entschloss ich mich, die große Universitäsbücherei aufzusuchen, nachdem ich bisher lediglich die ungleich kleinere Institutsbüchersammlung für meine Forschungen herangezogen hatte.

Der Weg dorthin verlief ohne weitere Zwischenfälle.

In jenem großen Gebäude konnte ich durch einen geschickten Hakenlauf durch die labyrintartigen Gänge jeden etwaigen Verfolger abschütteln, – für einen Außenstehenden hatte es den Eindruck, ich würde verzweifelt eine Bücherreihe mit der Richtigen Signatur suchen – dadurch hatte ich nunmehr eine ganzen Auswahl prächtigen Wissens aus dem von mir momentan bevorzugten Jahrhundert zu meiner Verfügung. Nach vollbrachter Arbeit ging, oder vielmehr schlenderte ich also gemächlich und zufrieden in Richtung Ausgang, bereits voller Vorfreude auf die baldige Heimkehr. Doch beim Öffnen der Tür drang ein vertrautes, aber nicht vermisstes Geräusch an mein Ohr, welches auf mysteriöse Art und Weise Regen ähnelte.
Es war Regen.
Leidensgenossen und Kommilitonen kennen vielleicht jeden spießrutenartiten Brückenübergang, der den geplagten Studenten den Sturm auf die Burg des Fürsten Takeshi wie einen Sonntagsspaziergang aussehen lässt. Ungeschützt jedem Wind und Wetter ausgesetzt, floh ich nun also im Gebetsschritt in Richtung rettender U-Bahn Station, laut darüber Nachdenkend nun jeden Abend jenem feinen Herr dort oben den Kalender vorzubeten.

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Alles Wetter oder was?

Boar glaubse, getz können se mich alle ma lang am arsch lecken.
Vor allem diese Wetterdeppen. Und damit mein ich nicht dat suboptimierte Wahrsagerpack, welchet alle paar Wochen mal nen Zufallstreffer landet, sondern genau den, der et denn wirklich macht. Egal obber nu Petrus heißt oder Klaus, er kann mich ma!
Ich verstehe das ja, dat der da oben mit die Jahreszeiten ma durcheinander kommt, aber mittlerweile sollte es auch ihm inne Gehörgänge reingegangen sein, dattet aufn Herbst zugeht. Und da isses kalt, zumindest nicht so warm wie im Moment.. Da geh ich letztens durch Zufall inne Uni, schwitz ich mich da kaputt. Aber volle Kanne, ich war am ölen dran, ich dacht ich ersauf. Und der vor mir inne Schlange, dem ging et genauso. Dem hinter mir nich, der hatte eher son Gesicht gemacht als wär ihm der Scheiß bereits ausgegangen. Ja oder hier, in mein Zimmer. Wie einige von euch sicher wissen, is dat unterm Dach. Dat is schonma besonders heißt. Und ich möchte noch an die Sollarkollektoren drauf erinnern, die Speichern dat ja nomma zusätzlich. Zumindest geh ich ein hier oben. Ich geh schon aus lauter Verzweiflung inne Unibücherdings, da isset schön kühl. Dat sagt ja wohl allet.